Infos und Tipps zu Googles Mobile-First-Index

24.04.2018 / Am Montag, den 26 März 2018 hat Google den Rollout-Prozess des 2016 angekündigten Mobile-First-Index nun offiziell bekannt gegeben.

Was ist überhaupt der Google-Index?

Ein Index bezeichnet allgemein ein geordnetes Verzeichnis oder Register wie z.B. ein Lexikon oder ein Telefonbuch. Der „Google-Index“ ist in diesem Zusammenhang nichts anderes als ein Register aller von Google erfassten und gecrawlten Webseiten. Anders als ein Lexikon oder Telefonbuch ist der Google-Index jedoch nicht statisch, sondern ein äußerst dynamisches Verzeichnis, welches ständig aktualisiert wird.

Den Google-Index als reines Register von Websites zu bezeichnen, wäre allerdings eine falsche Betrachtungsweise. Der Aufbau oder auch die Position der eigenen Website innerhalb dieses Registers hängt nämlich von verschiedensten Faktoren ab. Diese Rankingkriterien bestimmen die grundlegende Ausspielung der eigenen Website in den Google Suchergebnissen in Korrelation mit den Suchanfragen des Users.

Sprich: Google bestimmt Anhand der Indexierung und des Rankings von Websites die Relevanz der Seite zu den Suchanfragen von Usern und stellt diese auf der individuellen Suchergebnisseite dar.

Nachdem wir nun wissen, was der Google-Index eigentlich ist, müssen wir für das weitere Verständnis eine kleine aber wichtige Unterteilung vornehmen: Der Google-Index teilt sich in den „Desktop-Index“ und den „Mobile-Index“ auf.

Diese Unterteilung ist für das weitere Verständnis äußerst wichtig, da das Ranking der Website in jedem Index individuell festgelegt wird.

Was hat das Ganze jetzt mit dem Rollout des „Mobile-First-Index“ zu tun?

Bisher war der „Desktop Index“ der Hauptindex von Google, sprich ein Google Crawler hat beim Erfassen und Katalogisieren einer Website erst die Desktop Variante der Website betrachtet und gescannt und im Anschluss daran geprüft, ob eine mobile Version vorliegt. Das Ranking der eigenen Website innerhalb des „Mobile-Index“ war also bisher einer von vielen Rankingfaktoren.

Die Ausspielungen auf den Suchergebnisseiten wurden entsprechend anhand des „Desktop-Index“ und dem Ranking in selbigem vorgenommen.

Was heißt das Ganze jetzt für Sie als Websitebetreiber?

Mit dem Rollout wird der Mobile-Index den Desktop-Index als Hauptindex ablösen. Der Desktop-Index verschwindet zwar nicht, jedoch wird Google erst die mobile Version einer Website und erst im Anschluss daran die Desktopversion berücksichtigen und bewerten.

Welche Folgen kann dies haben?

Wie sich das Ganze auf die eigene Website, das Ranking und die Sichtbarkeit auswirkt, kann man bisher nicht vorhersagen und muss individuell betrachtet werden.

Die Vergangenheit zeigt jedoch, dass Google i.d.R. einen solchen Rollout als „Soft-Launch“ durchführt. Das heißt erfahrungsgemäß, dass Google Websitebetreibern einen gewissen Zeitraum einräumt, die eigene Website zu überarbeiten und um auf die neuen Gegebenheiten zu reagieren.

Was man jedoch sagen kann, ist, dass Betreiber mit einer guten mobilen Version oder einem responsiven Websitedesign vermutlich nur wenige bis gar keine Veränderungen feststellen werden.

Betreiber einer Website ohne mobile Kompatibilität werden diese Änderungen weitaus deutlicher spüren. Einerseits ist hier ein schleichender Rankingverlust der Website zu erwarten, welches Auswirkungen auf die Ausspielung auf den Suchergebnisseiten bedeutet.

Andererseits werden Betreiber, die Ihre Website auf Dauer nicht für Mobilgeräte optimieren mit Abstrafungen und im schlimmsten Fall mit der Deindexierung seitens Google rechnen müssen.

Was sollten Sie jetzt tun?

Google selbst stellt einen kostenlosen Service zur Verfügung, mit dem man die eigene Version der Website prüfen kann. Hier finden Sie die entsprechende Website.

Dazu eine kleine Randnotiz meinerseits: Prüfen Sie Ihre Website mehrfach! Das Tool kam vereinzelt zum Ergebnis, dass von mir geprüfte Websites trotz mobiler Version oder responsiven Design nicht mobil optimiert seien. Eine zweite Prüfung bestätigte jedoch die mobile Kompatibilität dieser Websites.

Sollten Sie trotz mehrfacher Prüfung zum Ergebnis kommen, dass Ihr Webauftritt nicht für den mobilen Index bereit ist, sollten Sie sich spätestens jetzt um eine mobile Version Ihrer Website oder einem responsiven Relaunch kümmern.

Meine Empfehlung: Egal wofür Sie sich entscheiden, lassen Sie sich von einem Profi beraten. In meiner Berufslaufbahn musste ich viele Websites erleben, die schlecht oder gar nicht SEO-Konform gerelauncht wurden und ähnlich, wie z.B. bei einem Fundament eines Hauses, ist eine Nachbesserung weitaus teurer, als wenn von Beginn an sauber gearbeitet wird.

Meine Website ist „Mobile-First“-Ready! Gibt es noch etwas zu beachten?

Auch wenn bereits eine mobile Version Ihrer Website verfügbar ist oder Sie ein responsives Webdesign haben, gibt es eventuell trotzdem Optimierungspotentiale mit denen Sie sich beschäftigen sollten:

Seitenladegeschwindigkeit:

​Gerade bei mobilen Endgeräten ist die Ladegeschwindigkeit einer Website ein wichtiger Faktor. Je nach Standort und Vertrag ist die Übertragungsrate unterschiedlich schnell und schließlich sollen auch Nutzer mit langsamer Internetverbindung in den Genuss Ihrer Website kommen. Daher sollten Sie Grafiken, Bilder und Videos entsprechend komprimieren oder sogar ausblenden. Moderne CMS-Systeme bieten die Möglichkeit, dass von Ihnen bestimmter Content in der mobilen Version anders bzw. gar nicht dargestellt wird.

Darstellung von Interstitials Ads:

Darstellung von was? Interstitials sind als „Unterbrecherwerbung“ bekannt. Die geläufigste Form dieser Werbung sind Pop-Ups. Seit Anfang 2017 wertet Google bereits Websites mit Pop-Up Werbung ab! Wichtig: Hierbei sprechen wir von Werbe-Pop-ups! Pop-Ups mit wichtigen Informationen, wie: Datenschutzrichtlinien, Cookie Hinweise, etc. führen nicht zur Abwertungen.

Videos und Videoformate:

Prüfen Sie die Videoformate der Videos auf Ihrer Website! Nicht jedes Videoformat wird von mobilen Endgeräten unterstützt. Daher bietet es sich an, die mobile Kompatibilität zu überprüfen.

Fehler bei Redirects:

Besitzen Ihre Mobile- und Ihre Desktopversion eigene URLs? Falls ja, müssen die Redirects (Weiterleitungen) korrekt gesetzt werden, sodass der User beim Klicken auf die richtige Version weitergeleitet wird und nicht auf einer Fehlerseite landet. Außerdem empfiehlt es sich jeweils per rel=“alternate“ auf die Original URL zu verweisen. Hierdurch teilen Sie dem Google Crawler mit, dass es sich bei der mobilen Website um eine Version Ihrer Desktop Website handelt und umgekehrt.

Überprüfen Sie das Viewport-Meta-Tag:

Einfach gesprochen legt der Viewport-Meta-Tag die Darstellungs-Auflösung und die Skalierung Ihrer Website fest. Dies ist besonders für mobile Endgeräte für die Darstellung und Nutzbarkeit Ihrer Website wichtig. Ein falsch bzw. nicht konfigurierter Viewport-Meta-Tag führt zu einer schlechten Darstellung Ihrer Website.

Viewport mit falsch konfiguriertem Meta-Tag (links) – Viewport mit korrekt konfiguriertem Meta-Tag (rechts)

Haben Sie Fragen zum Thema "Mobile-First-Index" oder benötigen Sie eine Beratung, um Ihre Website für das mobile Zeitalter zu optimieren? Dann zögern Sie nicht jetzt Kontakt mit uns aufzunehmen!