Shopware: JTL vs. PICKWARE – Welches System wähle ich für nachhaltigen Erfolg?

06.09.2018 / Grundlegende Entscheidungen bedingen den Grad des Erfolges Ihres Onlineshop-Projektes
Shopware und JTL-WaWi

JTL und PICKWARE sind beliebte ERP- bzw. Warenwirtschaftssysteme, welche im Zusammenspiel mit Shopware wichtige Geschäftsprozesse abbilden und automatisieren können. Auch wenn beide Systeme auf den ersten Blick ähnliche Aufgaben erfüllen, ist die Wahl der richtigen Lösung in Bezug auf die Anforderungen extrem wichtig. In diesem Blogartikel haben wir daher die technischen und funktionalen Unterschiede von JTL und PICKWARE in einem Vergleich zusammengefasst.

Die Gemeinsamkeiten von JTL und Pickware

Die Systeme JTL und PICKWARE sind stark auf den Online-Handel, also den Vertrieb über eigene Online-Shops oder Plattformen wie Amazon und eBay ausgelegt. Alle betroffenen Geschäftsbereiche der Wertschöpfungskette in einem Unternehmen wie Einkauf, Verkauf, Lager und Versand werden über die Software abgebildet, viele Prozesse greifen dabei automatisch ineinander und nehmen den Anwendern viel manuelle und fehlerträchtige Arbeit ab.

Beide Systeme werden mit Shopware verbunden bzw. dort integriert und ergänzen die Prozesse „ab Bestelleingang“.

Die Unterschiede

Technisch

Die größten Unterschiede zwischen JTL und PICKWARE liegen im technischen Aufbau der Systeme.

JTL arbeitet als eigenständige Windows-Anwendung „On-Premises“ mit eigener Datenbank lokal auf den Arbeitsplätzen im Unternehmen. Die Anbindung an Shopware erfolgt via „Connector“-Plugin, welches die benötigten Daten automatisch oder manuell zwischen den Systemen abgleicht. Die mobile App von JTL setzt auf Google Android.

PICKWARE hingegen integriert sich vollständig in die Shopware-Instanz „in der Cloud“ und nutzt die gleiche Technologie und Datenbank. Lokale Programm-Installationen im Unternehmen, zusätzliche Hard- und Software für Datenbankserver sowie ein „Connector“ sind daher nicht erforderlich. Bei den Desktop-Computern ist nur ein moderner Webbrowser vorausgesetzt, das Betriebssystem kann beliebig gewählt werden. Die mobilen Apps von PICKWARE basieren auf Apple iOS.

Vergleich JTL und Pickware für Shopware

Ergänzend zum technischen Aufbau gibt es auch Unterschiede in den Erweiterbarkeiten der Systeme. PICKWARE ist quelloffen, dies bedeutet, dass man den gesamten Programmcode (mit Ausnahme der mobilen Apps) einsehen und ggf. bearbeiten kann. Ebenso lässt sich das System über existierende oder eigene Plugins erweitern. Diese beiden Tatsachen sorgen dafür, dass fast alle Anforderungen über individuelle Programmierungen nahtlos abgebildet werden können.

JTL hingegen bietet keine Möglichkeit, das System durch Plugins zu erweitern. Ebenso ist der Programmcode „geschlossen“, also nicht einsehbar. Bei der Systemauswahl sollte man daher genau berücksichtigen, dass die geforderten Anforderungen durch die bestehenden Funktionen abgebildet werden können.

Funktional

Sowohl JTL, wie auch PICKWARE, unterstützen alle Prozesse für den Online-Handel. JTL hat zudem integrierte Funktionalitäten, um andere Marktplätze wie Amazon und eBay anzubinden. Bei PICKWARE kann eine Marktplatz-Anbindung mittels Drittanbieter erfolgen. Für den stationären Handel bietet PICKWARE eine vollintegrierte POS-Lösung, z.B. für Ladenlokale oder Messen. Für JTL gibt es hier Lösungen von Drittanbietern.

JTL und Pickware im Funktionsvergleich mit Shopware

Support

Mit dem Einsatz von Unternehmenssoftware kann man die Produktivität erheblich steigern. Um so fataler ist es dann, wenn mal etwas nicht funktioniert. Nicht selten müssen dann ein Servicepartner oder der Hersteller-Support schnell helfen.

JTL bietet gestaffelte, kostenpflichtige Support-Optionen mit unterschiedlichem Leistungsumfang an. Mit der freien Version hat man keinen Hersteller-Support. Bei der Verwendung von PICKWARE (und entsprechenden Erweiterungen) ist der Hersteller-Support inklusive.

Welche Hardware und Software benötige ich für den Einsatz?

Durch die verschiedenen Architekturen haben beide Systeme unterschiedliche Anforderungen an die Unternehmens-IT. JTL benötigt aufgrund der lokalen Struktur allgemein mehr Hard- und Software und setzt Microsoft Windows-Betriebssysteme für Server und Clients, und Google Android für die mobilen Geräte voraus.

PICKWARE stellt hier als vollintegrierte Cloud-Lösung deutlich weniger Anforderungen: Auf den Arbeitsplätzen wird nur ein moderner Browser benötigt, die mobilen Geräte müssen Apple iOS-basiert sein.

Beispiel-Konfiguration für ein Unternehmen:

JTL und Pickware Beispielkonfiguration für Shopwareanbindung

Allgemein benötigt ein PICKWARE-System deutlich weniger Infrastruktur als ein JTL-System, initiale sowie laufende Kosten und Aufwände für Hard- und Software, Einrichtung und Wartung sind daher geringer.

Welche Probleme sind beim Einsatz der Systeme mit Shopware bekannt?

Bei Zusammenschluss mehrerer Systeme kann es sowohl bei der Einrichtung, wie auch im laufenden Betrieb zu Problemen kommen. Insbesondere bei besonderen Anforderungen im Online-Shop oder der Verwendung von Plugins muss beim Einsatz mit JTL genau geprüft werden, ob eine Kompatibilität gegeben ist oder die im Shop begonnenen Prozesse überhaupt in der Warenwirtschaft fortgeführt werden können. Ebenso müssen bei Updates Kompatibilitäten erneut geprüft und ggf. abgewartet werden.

PICKWARE bietet hier als vollintegrierte, offene Lösung deutlich flexiblere Möglichkeiten. Als Teil der „Shopware Advanced Features“ werden zudem dauerhaft kompatible Updates bereitgestellt.

Unsere Erfahrungen aus diversen Projekten mit Shopware in Verbindung mit JTL haben gezeigt, dass bereits kleine Änderungen am Shop-System (diese kommen fast immer vor) fatale Folgen für die Umsetzung der gesamten Prozesskette haben können. Durch die geringe Flexibilität von JTL sind zudem negative Auswirkungen im Bereich des Online-Marketings regelmäßig zu erkennen: Die teilweise aufwändigeren Prozesse erzeugen höhere Kosten, während die Gewinne z.B. aufgrund technischer Limitierungen geringer ausfallen können.

Fazit – JTL vs. Pickware in der Verwendung mit Shopware

Vor dem Einsatz eines Systems sollte man sich zunächst überlegen, ob die gewünschten Anforderungen im Zusammenspiel mit Shopware sauber und langfristig abgedeckt werden können. Zudem ist es wichtig, neben den initialen Softwarekosten für das Basissystem auch die zusätzlichen Kosten für Infrastruktur, Wartung und Betrieb zu betrachten. Bei der Entscheidungsfindung ist es auch ratsam, beteiligte Firmen wie die betreuende Online-Marketing-Agentur nach Anforderungen und Erfahrungen zu befragen.

Pickware und JTL Experte

Noch unsicher, ob Sie Pickware oder JTL einsetzen wollen? Wenden Sie sich gerne an uns für eine erste und unverbindliche Einschätzung zu den Anforderungen Ihres Onlineshop-Projektes!